„Fair bringt mehr“

Ballenstedter und Wienröder gehören zu den fairsten in Sachsen - Anhalt

Unterschiedlicher könnten die beiden Spitzenprojekte aus dem Harzkreis nicht sein. Eines haben Sie jedoch gemeinsam: Sie gehören zu den fairsten in ganz Sachsen-Anhalt. Über 5000 Kinder und Jugendliche haben sich in diesem Jahr mit ihren Projekten bei dem Wettbewerb „Fair bringt mehr“ der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Sachsen-Anhalt beworben.

SORgenfrei -„Sind wir nicht woll´n wir aber hin“ so Frau Wölfer Projektleiterin der gleichnamigen, aus 15 Kindern bestehenden Arbeitsgemeinschaft. Diese hat es sich zum Ziel gesetzt, den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an dem Wolterstorff-Gymnasium Ballenstedt zu erhalten. Engagiert setzen sich die Schüler mit groß angelegten Projekten für mehr Zivilcourage und weniger Diskriminierung ein. Im vergangenen Jahr hat die Projektgruppe u.a. Schüler mobilisiert, die Müllberge des HarzRock-Festival in Asmusstedt abzutragen. Die anschließende Spende der Organisatoren wurde darauf hin ohne Umwege an ein SOS-Kinderdorf in Bolivien weitergeleitet. Für Edith, so der Name der Patentochter der AG SORgenfrei, ist die Welt seitdem ein Stück weit fairer.

„Das Ganze war nicht meine Idee “, ergänzt Fr. Wölfer – Projektleiterin der SORglos AG. Sie traf im Jahr 2011 auf fünf motivierte Schüler, die von sich aus ein Zeichen für mehr Miteinander setzen wollten. Sie verstehe sich daher auch nicht als Leiterin im eigentlichen Sinne, kommen die Ideen doch von den Schülern selbst. Unterstützung erfährt die Gruppe vom Bürgermeister der Stadt Ballenstedt – Dr. Michael Knoppik.

Nicht ganz so motiviert waren die Kinder der Pestalozzischule Wienrode. Handys und Spielekonsolen prägten hier das Pausenbild. Dass diese 30 Minuten viel sinnvoller genutzt werden konnten, zeigte das daraufhin von Schülern und Lehrkräften initiierte Projekt „Pause mit Action, Spiel und Spaß“. Hierbei wird die Turnhalle den Schülern während der Pausenzeit zur Verfügung gestellt. Zehn Jugend-Trainer der Klassenstufe 7 bis 9 übernehmen dabei spielerisch die Rolle der Lehrer.

Bemerkenswert sei dabei, dass die Schüler die zuvor große Verhaltensauffälligkeiten zeigten, nun zu den engagiertesten Trainern gehören. Diese soziale Kompetenz müsse gefördert werden, weiß Fr. Fischer, stellvertretende Schulleiterin der Pestalozzischule Wienrode. Die Lehrer dienen daher lediglich der Aufsichtspflicht. Spieleideen und das Einhalten der aufgestellten Regeln übernehmen die Klassenstufentrainer – wie die „Großen“ genannt werden - selbstständig. Im Anschluss erhalten die Aushilfslehrer ein Feedback für Ihre „Arbeit“.

Der Erfolg gibt der stellv. Schulleiterin Recht. Wurden in der Einführungswoche im vergangenen November noch Ausrufe für die aktive Pausengestaltung gestartet, so standen bereits in der zweiten Woche Kinder vor der Turnhalle Schlange. Auch das Gewaltpotenzial nahm spürbar ab. „Die Schüler haben Spaß an der Pausengestaltung und wollen aufeinander aufpassen.“ – so Frau Laube Schulsozialarbeiterin. Dieses Miteinander in die Freizeit zu etablieren gehört zum selbst gesteckten Ziel der Schule. Handys und Spielekonsolen sieht man zumindest auf diesem Pausenhof kaum noch.

Mehr Fairness geht kaum

Weiß auch Bernd Grund, Vorstand der Ostharzer Volksbank eG. Der Erfolg solcher Projekte steht und fällt mit dem Engagement der Lehrer und Sozialarbeiter. "Kinder und Jugendliche brauchen Vorbilder, Werte und Ideale, für die es sich einzusetzen lohnt. Unsere Bildungseinrichtungen nehmen dabei eine wichtige Schlüsselfunktion ein und formen das Leben vieler junger Menschen maßgeblich. Mit vielen Projekten und Aktionen fördern Sie das Miteinander der Kinder über den Schulalltag hinaus. 'Fair bringt mehr' rückt diese Verantwortung in den Fokus der Öffentlichkeit und sorgt so für die Anerkennung, die unsere Bildungseinrichtungen für ihr Engagement verdienen.“ - so Grund weiter.

Alle Informationen rund um den Wettbewerb gibt es unter www.fair-bringt-mehr.net.