SEPA: Die Zeit wird knapp

Nur noch 147 Tage bis zur Umstellung

„Wer SEPA noch immer für eine Fotoeinstellung an seinem Smartphone hält, den kann es im kommenden Jahr kalt erwischen“, sagt Andreas Langanke, Firmenkundenbetreuer und Leiter Regionalmarkt Halberstadt von der Ostharzer Volksbank eG. „Wer nicht rechtzeitig Vorkehrungen trifft, muss mit zusätzlichen Kosten und Liquiditätsengpässen durch fehlerhafte Zahlungsabwicklung rechnen.“

Kommt die Einführung so überraschend?
Den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum gibt es bereits seit fünf Jahren. Waren die Auswirkungen bisher kaum spürbar, wird es im kommenden Jahr ernst. Ab dem 01.02.2014 wird die bis zu 22 Ziffern lange IBAN-Nummer Pflicht.

Bis zu 22 Stellen. Wer soll sich das merken?
Keine Sorge, man muss kein Gedächtnistrainer sein, um die Zahlenfolge für sich zu behalten. Die neue Nummer besteht aus dem Ländercode – In unserem Fall „DE“ - einer zweistelligen Prüfziffer, der alten Bankleitzahl und der Kontonummer.

Was empfehlen Sie Ihren Geschäftskunden zu tun?
Als erstes sollte ein SEPA-Verantwortlicher festgelegt werden und die technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu gehört ggf. die Umstellung auf ein aktuelles Zahlungsverkehrsprogramm. Zudem sollten IBAN-Nummer und BIC-Code in den regulären Schriftverkehr also Rechnungen, E-Mails und Briefpapier eingebunden werden. Privat- sowie Firmenkunden finden beide Angaben auf der VR-BankCard und Kontoauszügen.

Mehr ist grundsätzlich nicht zu tun?
Ganz so einfach ist es nicht. Wer z.B. in Zukunft die SEPA-Basis-Lastschriften nutzen möchte, der muss über eine Gläubiger-ID verfügen. Diese sollte zeitnah auf der Website der Bundesbank (www.glaeubigerid. bundesbank.de) beantragt werden. Das Lastschrift-Mandat muss schriftlich vorliegen und u.a. die Gläubiger-ID, Mandatsreferenz und das Fälligkeitsdatum sowie den Rhythmus enthalten. Zudem wird aus dem Abbuchungsauftrag namentlich künftig die SEPA-Firmen-Lastschrift.

Müssen alle Einzugsermächtigungen erneuert werden?
Nein. Diese bleiben grundsätzlich erhalten. Es muss jedoch eine schriftliche Mitteilung an den Zahlungspflichtigen unter Angabe der Gläubiger-ID und Mandatsreferenz erfolgen.

Wie schätzen Sie den aktuellen Umsetzungsstand ein?
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kunden bei Bankgeschäften grundsätzlich sehr aufmerksam sind. Dazu bieten wir eine umfassende Beratung und zahlreiche Informationen auf unserer Website. Wer unverbindlich erfahren möchte, was in seinem Unternehmen oder Verein noch zu tun ist, dem empfehlen wir einen Blick auf unseren interaktiven SEPA-Check auf www.ostharzer-volksbank.de/SEPA. Mit wenigen Klicks erfahren Interessierte hier, was noch zu tun ist.

Welche Rolle spielen die Banken?
Wir als Zahlungsdienstleister haben aus zwei Gründen Interesse an einer Fristgemäßen und SEPAkonformen Umsetzung. Zum einen sind wir gesetzlich dazu verpflichtet und zum anderen verstehen wir uns als Partner unserer Kunden und möchten diesen unnötige Liquiditätsengpässe ersparen. Wir empfehlen daher rechtzeitig vor dem Jahresendgeschäft alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.

IBAN, die Schreckliche – ist SEPA ein bürokratisches Monster?
Nein. Sind die kurzfristigen Unannehmlichkeiten überwunden, liegen die Vorteile auf der Hand. Die europaweiten Standards sorgen für einen schnellen, kostengünstigen und sicheren Zahlungsverkehr und ist die logische Konsequenz der Euroeinführung im Jahr 2002.