Auf dem Weg zur Tradition

Atriumgespräch mit SCM-Geschäftsführer Schmedt

VON HARALD VOPEL MZ ASCHERSLEBEN - Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung treffen sich im Bestehornpark. SCM-Geschäftsführer plaudert aus dem Nähkästchen.

Als die Veranstalter vor zwei Jahren zum ersten Mal zu einem "Ascherslebener Atriumgespräch" eingeladen hatten, da hatten sie mit Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) einen Vortragsredner aus der ersten Reihe der Politprominenz zu Gast. Bei der Zweitauflage am vergangenen Freitag hatte diesen Part ein vergleichsweise eher mehr Insidern bekannter Mann übernommen. Nämlich der Geschäftsführer des Traditionssportvereins SC Magdeburg, Marc-Henrik Schmedt. Wenn Gabriel seinerzeit die Zuhörer mit Prominenz, körperlicher Präsenz und politischer Kompetenz fesselte, gelang das Schmedt im Atrium der Freien Sekundarschule Adam Olearius im Bestehornpark am Freitag mindestens genau so gut.

Als Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten Magdeburg gab er Einblicke in das Innenleben eines seit Jahrzehnten erfolgreichen Traditionsvereins. Marc-Henrik Schmedt zog aus Sicht des Sportmanagers Parallelen zur regionalen Wirtschaft, zur Kultur und zu anderen gesellschaftlichen Bereichen, bis hin zu deren Schnittpunkten. Beim Publikum - Unternehmer, Banker, Politiker, Verwaltungsmitarbeiter und andere Interessierte - traf er damit ins Schwarze. Umso mehr, weil der Magdeburger auch das eine oder andere aus dem sprichwörtlichen Nähkästchen zum Besten gab. So unter anderem, dass der Jahresumsatz des Vereins rund sieben Millionen Euro betrage, dass 400 000 Euro an Sozialabgaben für die Spieler - die inzwischen aus acht Natio nen kommen, fällig werden, dass die Zuschauerzahlen bei den Magdeburgern seit Jahren kontinuierlich steigen und derzeit rund 6 300 Fans pro Heimspiel betragen oder dass sich der SCM als eines der drei Flaggschiffe des Sports in Sachsen-Anhalt - neben den Fußballern des 1. FC Magdeburg und des Halleschen Fußballclubs - versteht.

Schmedt verschwieg nicht, dass das Engagement von Sponsoren für den Sport von besonderer Bedeutung sei. Allerdings nenne man die Sponsoren inzwischen Partner, was den sprichwörtlichen Nagel eher auf den Kopf treffe. Denn längst habe sich das vermeintlich einseitige Geben und Nehmen zu einer tatsächlichen Partnerschaft zum beidseitigen Vorteil entwickelt. So verfüge der SC Magdeburg beispielsweise über das größte Kontakt-Netzwerk im Land, von dem nicht nur der Verein, sondern auch alle anderen Partner profitieren.

Zu einem Netzwerk der Kontakte könnte sich auch die Veranstaltungsreihe "Ascherslebener Atriumgespräche" mausern. Sie bieten den Gästen jedenfalls beste Gelegenheiten, um auch außerhalb des geschäftlichen Alltags miteinander ins Gespräch zu kommen. Und genau das sei das Ziel, sagte Heino Oehring, Mitglied des Vorstandes der Harzer Volksbank, die - wie auch die Mitteldeutsche Zeitung - zu einer Sponsorengruppe gehört, die die "Atriumgespräche" veranstaltet.

Den Nerv der Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Verwaltung dürfte man jedenfalls getroffen haben. Und wenn Heino Oehring am Freitag erklärte, dass die inzwischen zweite Veranstaltung eine Wiederholung der ersten und eine dritte dann schon eine Tradition sei, dann dürfte diese kaum lange auf sich warten lassen.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung Aschersleben