Drei Prozent für Mitglieder

Harzer Volksbank zieht eine Bilanz für das Jahr 2015. Vertreter beschließen über Verwendung des Jahresüberschusses.

VON PETRA/Mitteldeutsche Zeitung - Die Harzer Volksbank hat im vergangenen
Jahr einen Überschuss von knapp einer Million Euro erwirtschaftet. Das liegt auf dem Niveau
des Vorjahres, sagte Vorstand Heino Oehring am Dienstagabend auf der Vertreterversammlung der Bank in Wernigerode. Insgesamt 450 000 Euro aus dem Überschuss sollen in Rücklagen fließen. Mitgliedern, die Anteile an der Genossenschaftsbank halten, soll eine Dividende von drei Prozent gezahlt werden. Das sind rund 500 000 Euro. Diese Verwendung des Jahresüberschusses hat die Vertreterversammlung der Harzer Volksbank, deren Geschäftsgebiet die Regionen Bad Harzburg, Wernigerode, Halberstadt, Quedlinburg und Aschersleben umfasst, einstimmig beschlossen.

Vertreterversammlung der Harzer Volksbank eG
Harzer Volksbank eG zieht positive Bilanz

„Die Harzer Volksbank existiert nur in und mit der Region“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Thomas. Er verwies unter anderem darauf, dass die Zahl der Mitglieder im vergangenen Jahr auf 21 766 gestiegen ist - 424 mehr als im Vorjahr.

„Wir freuen uns über das wachsende Interesse der Bevölkerung an unserer Genossenschaftsbank“, sagte Heino Oehring. Gestiegen sind auch die Zahl der Kunden (auf 63 355), die Bilanzsumme (auf rund 830 Millionen Euro, zwei Millionen mehr als 2014) und die Einlagen (auf 667 Millionen Euro, ein Plus von 2,6 Prozent). Im Kreditgeschäft legte die Bank um rund acht Prozent zu. „Das ist deutlich stärker als der Markt“, sagte Heino Oehring. Wie er erläuterte, gingen die Impulse im Kreditgeschäft sowohl vom Privatbereich - hier gab es einen Zuwachs von zehn Prozent - als auch von Firmen aus. Dabei wuchs das Volumen der an Unternehmen ausgereichten Kredite um sechs Prozent. „Wir haben unseren Teil dazu beigetragen, dass Arbeitsplätze in der Region neu entstehen bzw. erhalten bleiben“, so Oehring.

Er machte aber auch deutlich, dass sich durch das Niedrigzinsniveau seit längerem auch das Zinsergebnis der Bank verringert - „Jahr für Jahr um mindestens eine Million Euro“. Dieser Trend werde sich weiter fortsetzen. So erwartet die Bank für 2016 weitere Belastungen, auch infolge des Bevölkerungsrückgangs in der Region, erklärte Heino Oehring. Auf die Problematik - Zinspolitik, Bevölkerungsrückgang, aber auch ein immer beliebter werdendes Online-Geschäft - hatte zuvor bereits  Vorstandssprecher Hans-Heinrich Haase-Fricke verwiesen und deutlich gemacht, dass hier reagiert werden muss. „Es ist Aufgabe des Vorstands, die rentablen Arbeitsplätze für die Zukunft zu sichern und die unrentablen abzubauen, damit der Fortbestand
der Bank gesichert ist“, sagte Haase-Fricke.

Einen Abbau von Stellen sowie eine Prüfung der Schließung von Filialen hatte die Bank bereits angekündigt; dazu laufen derzeit Verhandlungen mit dem Betriebsrat (die MZ berichtete). In der Vertreterversammlung gab es zu dieser Thematik jedoch keine Anfragen. Vorstandssprecher Haase-Fricke unterstrich am Dienstagabend aber ebenso:  „Gesellschaftliches Engagement ist für uns eine Selbstverständlichkeit.“ Er verwies dazu auf Beispiele aus den Regionen. So wurden im Bereich Quedlinburg zum Beispiel die Kinderstadt Andershausen, das Wintermärchen in Harzgerode und der Bürgerbrunch in Thale unterstützt.