Harzer Volksbank schüttet drei Prozent Dividende aus

Vorstand zieht positive Bilanz für 2015 / Niedrigzinspolitik trübt Bild

Von Ingmar Mehlhose/ Harzer Volksstimme - Die Harzer Volksbank eG kann auf ein gutes Geschäftsjahr 2015 zurückblicken. Zu dieser Einschätzung gelangten Aufsichtsrat und
Vorstand bei der Vertreterversammlung am Dienstagabend im Harzer Kultur- und Kongresshotel Wernigerode.

Abstimmung über Verwendung des Jahresüberschusses
Vorstand der Harzer Volksbank zeiht Bilanz für das Jahr 2015

„Unser Wohlstand beruht auf Wachstum“, betonte Hans-Heinrich Haase-Fricke vor 97
stimmberechtigten Mitgliedern und zahlreichen Ehrengästen. Der Vorstandssprecher
beklagte trotz aller positiven Nachrichten besonders den sich auch im vergangenen Jahr weiter fortsetzenden Trend fallender Zinsen. Haase-Fricke: „Das ist volkswirtschaftlich eine Katastrophe.“ Zudem bedeute die demografisch bedingte Abnahme der Bevölkerung „immer weniger Kunden“.


Den Bericht des Vorstandes über das Geschäftsjahr 2015 präsentierte Heino Oehring.
Demnach gehörte die Harzer Volksbank zum Stichtag 31. Dezember 21 766 Mitgliedern. 1183 seien neu eingetreten, 759 ausgeschieden. Demzufolge habe sich die Zahl der Anteilseigner gegenüber 2014 um 424 erhöht. Zuletzt seien 63 355 Kunden betreut worden. Positiv entwickelt habe sich die Bilanzsumme um 0,3 Prozent auf 830 Millionen Euro. Oehring: „Das ist eine geringere Steigerung als im Vorjahr, da das qualitative Wachstum im Kundengeschäft im Fokus steht.“ Hier sei das Kreditinstitut um 19 Millionen Euro gewachsen. Gleichfalls erfreulich stelle sich die Situation bei den Einlagen der Volksbank-Nutzer dar. Sie stünden nun bei 667 Millionen Euro (+2,6 Prozent). Das Kundenkreditgeschäft verzeichne ein Plus von knapp acht Prozent auf 389 Millionen Euro „und damit deutlich stärker als der Markt“. Die Bilanzsumme selbst erreiche mittlerweile knapp 1,5 Milliarden Euro (+3,7 Prozent).


Chefetage arbeitet an Strategieprojekt für Zukunft

Unverändert hoch bleibe das Wachstum beim Kreditgeschäft. Aktiv hätten die Ausleihungen demnach 785 Millionen Euro betragen. Heino Oehring: „Größter Posten waren dabei wieder die Forderungen an Kunden. Sie beliefen sich auf 390 Millionen Euro.“ Auf der Passiv-Seite sei ein Anstieg der Spareinlagen um 19 Millionen Euro oder rund 2,6 Prozent auf 667 Millionen Euro zu verzeichnen. Der Vorstand: „Gerade aufgrund der historisch niedrigen Zinsen sehe ich dies als einen Vertrauensbeweis.“ Die Ergebnislage insgesamt bezeichnete Oehring als stabil. Bedingt durch die aktuelle Zinssituation, hätten sich hier die absoluten Erträge und Aufwendungen reduziert. Das bedeute, der Zinsüberschuss belaufe sich auf 19 Millionen Euro – ein Minus von fünf Prozent oder einer Million Euro. Gleichzeitig habe sich der Provisionsüberschuss um 4,2 Prozent auf acht Millionen Euro reduziert. Konsequenz: Die Kunden suchten weiter nach renditestarken Anlageformen. Dies habe sich positiv auf das Wertpapiergeschäft ausgewirkt. Die für die Mitglieder wohl wichtigste Botschaft hatte sich der Berichterstatter fast bis zum Schluss aufgehoben. Er sagte: „Die Harzer Volksbank kann einen Jahresüberschuss nach Steuern von 961 325,13 Euro ausweisen.“ Das Ergebnis liege auf dem Niveau von 2014. Davon würden 509 890,30 Euro an die Anteilseigner ausgezahlt. Dies entspreche einer Dividende von drei Prozent. Ganz zuletzt richtete Heino Oehring den Blick nach vorn. Er prognostzierte für 2016 wegen der weiteren Belastungen als Folge des Niedrigzinsniveaus „einen leicht rückläufigen Jahresüberschuss“. Es sei daher mit einem Strategieprojekt begonnen worden, Ideen zu entwickeln, um künftig „die nachhaltige Ertragskraft, attraktive Arbeitsplätze und eine starke Position im Wettbewerb sichern zu können“. Was das konkret bedeutet, sei noch off en. Hans-Heinrich Haase-Fricke sagte der Volksstimme: „Wir haben Gespräche eingeleitet.“ Wegen der begonnenen Ferienzeit dauere dies aber „ein paar Tage“. Inklusive des Betriebsrates, so der Vorstand, „möchte ich schon, das alle mit am Tisch sitzen“.