Pizza für alle

Bühnes Grundschüler unternehmen Wandertag zum Wülperöder Backhaus

Das Wülperöder Backhaus, das vor einem Monat eingeweiht wurde, wird nun mit Leben gefüllt. Es war erstmals Ziel für einen Schulwandertag.

Von Mario Heinicke/Volksstimme - 56 „hungrige Mäuler“ sind zum Backhaus gewandert. Hinter den Erst- und Zweitklässlern aus der Grundschule Bühne und ihren Betreuern lagen mehr als vier Kilometer Fußmarsch. Es handelte sich um einen von drei Wandertagen im Schuljahr. Einen davon nutzen die Kinder jedes Jahr, um einen Ort in ihrem Einzugsbereich zu besuchen, wie Schulleiterin Angelika Rüstenberg berichtete. Dieses Jahr also Wülperode.

So viel Zeit muss sein - Bevor die Pizza in den ofen geht, posieren die Grundschüler aus Bühne gemeinsam mit Hans-Heinrich Haase-Fricke, Katja Neebe und Angela Bruder

Damit hier niemand Hunger leidet, hatte Alexander Bruder schon am Morgen den Ofen im Backhaus angeheizt. Zur  Mittagsstunde zeigte das Thermometer 220 Grad an, gerade richtig für die Pizzableche, die seine Frau Angela Bruder für die Gäste vorbereitet hatte. Ein Experiment ist das Pizzabacken für die Wülperöder nicht mehr. Das Backhaus war schon zwei Monate vor der Einweihung betriebsbereit gewesen. Genug Zeit also zum Probieren und Experimentieren. Wandertage für Schulen und Kindergärten zu ihrem Backhaus wollen die Wülperöder ab nächstem Jahr noch stärker anbieten. Die Grundschule Bühne war die erste, die das genutzt hat und die vom Backhausteam des 1000-Jahre-Vereins und des Vereins Naturdörfer fürstlich bewirtet wurde.

Idyllisch - Das neue Backhaus in Wülperode lädt zum verweilen ein.

Für die Mädchen und Jungen waren draußen Tische und Stühle aufgebaut worden. Darüber hinaus wurden sie mit einer Dorfrallye und Spielen unterhalten. „Wir haben auch schon eine Anfrage von einer Grundschule in Wernigerode“, sagte Alexander Bruder. Nicht zum Pizzaessen war Hans-Heinrich Haase-Fricke aus Wernigerode nach Wülperode gekommen, sondern um das Backhaus live in Aktion zu erleben. „Das Haus passt zur Mentalität der Wülperöder, das ist ein Ort mit einer guten Gemeinschaft“, stellte der Vorstandssprecher der Harzer Volksbank fest. Die Bank hatte den Bau des Gebäudes mit 1000 Euro unterstützt. „Diese Entscheidung ist uns leicht gefallen“, sagte er nun mit noch größerer Überzeugung.

Engagiert - Alexander Bruder hat das Backhaus auch geplant und mit vielen Freiwilligen aus Wülperode gebaut.

Pizza, Kuchen, für den Ofen im Haus ist das alles kein Problem. Vordergründig aber soll
hier Brot gebacken werden. Gemeinsam an Backtagen einmal im Monat. Der erste Tag ist gelaufen. 22 Brote wurden dabei in den Ofen geschoben. „Wir hatten acht Teilnehmer – mit Anhang“, berichtete Alexander Bruder. „Einige mussten wir aber auf den nächsten Termin vertrösten.“ Da der Ofen nur eine bestimmte Kapazität hat und Backen eben seine Zeit braucht, wird um Voranmeldungen für diese Tage gebeten.