Mit Blick zum großen Bruder

Quedlinburger Roland wird um Bronzetafel ergänzt

VON GERD ALPERMANN - QUEDLINBURG/MZ Stadt bedankt sich bei zwei Unternehmen für die Unterstützung bei der Sanierung des Rolands. Bronzetafel stammt von Bildhauer Wolfgang Dreysse.

Einweihung der Plakette von Prof. Wolfgang Dreysse
Heino Oehring, Ulrich Haase & Frank Ruch enthüllen gemeinsam die Informationstafel.

Ein kleiner Roland schaut nach oben zu seinem großen Bruder vor dem Quedlinburger Rathaus. Der kleine besteht nicht aus Sandstein, sondern aus Metall und befindet sich auf einer Bronzetafel. Sie erinnert an die Restaurierung der großen Rolandfigur im Jahr 2013. Damals konnten mit Unterstützung der Harzer Volksbank und der Firma Partner Bau Quedlinburg GmbH die Arbeiten ausgeführt werden.

Im Rahmen der Marktplatz-Neugestaltung war es Wunsch der Stadt, auch den 2,75 Meter großen Steinmann, ein Symbol städtischer Freiheit, instand zu setzen. Doch dafür war kein Geld da. Bank und Firma sprangen deshalb ein, die Volksbank mit 25 000 Euro, Partnerbau mit 12 500 Euro. Für ihr bürgerschaftliches Engagement wurden die Namen beider Spender auf der Bronzetafel verewigt. Oberbürgermeister Frank Ruch (CDU) dankte bei der Enthüllung der Tafel Bankvorstand Heino Oehring und Partner-Bau-Geschäftsführer Ulrich Haase noch einmal persönlich. "Ohne diese Unterstützung hätte der Roland nicht saniert werden können", würdigte der Oberbürgermeister das Engagement beider Unternehmen.

Die Bronzetafel gestaltete der Quedlinburger Bildhauer Wolfgang Dreysse. Aufgrund der längeren Wortpassagen auf dem 20 mal 40 Zentimeter großen Schriftfeld dauerten die handwerklich ausgeführten Arbeiten ein gutes halbes Jahr. Die Idee des kleinen Rolands, der sitzend zu einem steinernen Bruder aufschaut, stammt vom Bildhauer. "Für kleine Kinder ist es leichter, von unten dem Blick des kleinen Rolands zu folgen und eine Beziehung zwischen der Tafel und der Figur herzustellen", sagte der Bildhauer, warum er sich für diese Gestaltung entschieden hat. Im Text wird auf die Bedeutung des Rolands und dessen Restaurierung vor drei Jahren hingewiesen.

Die Restaurierung der Figur war durch die Konservierungswerkstatt Carla Leopold und Fabian Belter aus Meine ausgeführt worden. Rund drei Monate bemühten sich die Restauratoren um die Sandsteinfigur, verpassten dem steinernen Mann unter anderem eine neue Nase, da die alte schon des längeren fehlte. Sie gingen dabei besonders behutsam vor, damit die Nase nicht dominiert und das Steingesicht nachhaltig verändert. Fugen mussten geschlossen, der Stein von Algen, Flechten und Moosen befreit werden. Rost war auf den Eisenteilen, Schwert und Geländer, zu beseitigen. Im Brustbereich gibt eine Edelstahlklammer der Rolandfigur jetzt neuen Halt.

In die Bronzetafel ist auch ein QR-Code (englisch für Quick Response, "schnelle Antwort") eingearbeitet worden. Mit einem Smartphone oder Tablet können so weitere Informationen zum Roland abgerufen werden. Der Oberbürgermeister freute sich darüber und kündigte an, die Aktion "Sprechende Häuser", bei der die Hausbesitzer selbst die Informationen zu ihren Häusern eingeben, weiterzuführen. So sollen auch die geschichtsträchtigen städtischen Gebäude mit QR-Codes versehen werden, um Touristen schneller Informationen geben zu können.

ROLANDFIGUREN

Bronzetafel mit Informationen zur Restauration
Die Tafel samt QR-Code informiert über den Roland und seine Geschichte.

Belegt sind 55, aber nur 20 sind erhalten

Der Roland gilt als Sinnbild bürgerlicher Freiheit und Eigenständigkeit. Rund 55 Rolandfiguren sind belegt, davon aber nur noch 20 erhalten. 13 befinden sich in Sachsen-Anhalt, im Harz in Halberstadt, Nordhausen, Neustadt, Questenberg und Quedlinburg. Der Quedlinburger Roland stand ursprünglich frei auf dem Marktplatz in Höhe des Hauses Nummer 5. Dies fanden Archäologen 2013 heraus. Er soll um 1430 aufgestellt, aber schon 50 Jahre später zerschlagen worden sein. Bei einem Zwist unterlag de Stadt der Äbtissin. Erst im 19. Jahrhundert wurde das städtische Symbol wieder aufgestellt und fand nun seinen Platz vor dem Rathaus. GAL

Rolandfigur in Quedlinburg

Der Roland schaut wieder wachsam über den Quedlinburger Marktplatz. Am Freitag, dem 13. Dezember 2013 um 11 Uhr wurde der 2,75 Meter große Roland nach seiner Restaurierung feierlich enthüllt. Im Zusammenhang mit den Umbauarbeiten des Marktplatzes wurde der Roland Dank der Unterstützung von Ostharzer Volksbank eG und Partnerbau Bau Quedlinburg GmbH restauriert.

Fast drei Monate benötigten die Restauratoren Carla Leupold und Fabian Belter um den Roland, das Sinnbild für städtische Eigenständigkeit und bürgerliche Freiheiten, fach- und denkmalgerecht von den Spuren der Jahrhunderte zu befreien. Sie entfernten Algen, Flechten und Moos sowie eine schwarzen Kruse und Zementschlämmen. Risse und Schollen wurden verfüllt und ausgeglichen. Mit Kalkmörtel erneuerten sie alle Fugen. Dem Brustbereich gibt jetzt eine Edelstahlklammer Halt. Sogar der Kopf wurde vorsichtig angehoben und mit Mörtel wieder fest aufgesetzt. Und der Roland erhielt eine neue Nase. Für eine „neutrale“ Nase entschieden die Experten gemeinsam mit der Denkmalpflege. „Damit der Gesichtsausdruck möglichst nicht verändert wird“, erläutert Carla Leupold. Die Restauratoren entfernten von allen Eisenteilen und dem Geländer den Rost und versahen diese mit Rostschutz und Farbe.

Eine Bronzetafel am Fuß der Rolandfigur, gefertigt vom Quedlinburger Bildhauer Prof. Wolfgang Dreysse, erinnert an die Restaurierung im Jahr 2013:

„Die Rolandfigur verkörpert die städtischen Privilegien und Rechte. Aufgestellt um 1435, ist er eine der ältesten erhaltenen Rolandfiguren. Er wurde aus einheimischem Buntsandstein geschaffen und misst 2,75 Meter. Zuletzt wurde er 2013 parallel zur Neugestaltung des Marktplatzes restauriert und am 13. Dezember 2013 der Öffentlichkeit wieder übergeben. Die Harzer Volksbank eG und die Firma Partner Bau Quedlinburg GmbH unterstützten dieses Vorhaben. Die Restaurierungsarbeiten wurden von der Konservierungswerkstatt Carla Leopold und Fabian Belter aus Meine vorgenommen.“

Am 28. Juni 2016 wurde die Bronzetafel Im Beisein der Sponsoren: Ulrich Haase, Partner Bau Quedlinburg GmbH und Heino Oehring, Harzer Volksbank eG, und Oberbürgermeister Frank Ruch enthüllt.