Vorfreude auf Klassik-Sternstunde

Kammermusik-Verein gewinnt fünf Berliner Philharmoniker für neue Spielzeit

Von Holger Manigk, Volksstimme Halberstadt - Ein Novum können Besucher der „Stunde der Klassik“ in der kommendenSpielzeit erleben. Fünf Solisten von Weltruf haben sich zur Konzertreihe in Halberstadt angekündigt.

Hartmut Wettges vom Halberstädter Kammermusikverein stimmt Hans-Heinrich Haase-Fricke auf die Konzertreihe ein.

Fünf Solisten von den Berliner Philharmonikern spielen in der kommenden Saison der „Stunde der Klassik“ in Halberstadt. „Es ist etwas ganz Besonderes, dass wir ab Sepetmber derart hochkarätige Musiker für unsere diesjährige Konzertreihe gewinnen
konnten“, sagt Hartmut Wettges. Der Vorsitzende des Halberstädter Kammermusik-
Vereins verweist darauf, dass die renommierte britische Zeitung The Guardian die Philharmoniker aus der Hauptstadt als „weltbestes Orchester“ bezeichnet hat.

Die prominenten Gastmusiker zur Konzertreihe im Rathaussaal zu holen, ist auch dank einer Spende der Stiftung der Harzer Volksbank möglich geworden. Mit fast 10 000 Euro unterstützt das Geldinstitut den Verein. „Wir helfen gern, die Konzerte auf ein höheres Niveau zu heben – vor allem, wenn solche Musiker von Weltruf zu uns kommen“, sagt der Vorstandssprecher Hans-Heinrich Haase-Fricke. „Das gibt der Musikkultur in unserer Region einen wichtigen Impuls“, so Hartmut Wettges. Zu jedem der engagierten Solisten hätten er und Hans-Ulrich Sauer, Ehrenpräsident des Vereins, eine besondere Beziehung. Den Reigen der Berliner Solisten eröffnet Andreas Blau. Der emeritierte Solo-Flötist kam 1969 als 20-Jähriger zum Philharmonischen Orchester und musizierte unter dem Dirigenten Herbert von Karajan bis zu Sir Simon Rattle, dem aktuellen Leiter des Ensembles. Wettges habe nie geblaubt, „die Flöten-Legende jemals in Halberstadt zu hören“. Nun sei dieser Traum wahr geworden. Ihm folgt der Konzertmeister der zweiten Violinen, Thomas Timm. Bevor er bei den Berliner Philharmonikern anfing, spielte er mit dem Gewandhausorchester Leipzig sowie dem Berner und dem MDRSinfonieorchester.

Albrecht Mayer, laut Chefdirigent Rattle einer der „weltbesten Oboer“, konnte Wettges ebenfalls von einem Gastspiel in Halberstadt überzeugen. „Trotz der großzügigen Spende der Volksbank hätten wir ihn uns nicht leisten können“, sagt der Chef des Kammermusik-Vereins. Bei einer gemeinsamen Probe im Berliner Tiergarten habe Wettges den Star-Oboisten überzeugt, dass er ihn am Klavier begleiten kann. „So sparen wir die Gage für seinen Pianisten und können Mayer präsentieren“, sagt der gebürtige Burger. Seit 1991 Mitglied der Berliner Philharmoniker ist Ludwig Quandt, seit 1993 deren Erster Solo-Cellist. Der Ulmer ist Preisträger des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD, des Brahms-Wettbewerbs Hamburg und des Premio Stradivari beim Internationalen Cellowettbewerb Roberto Caruana in Cremona. Zum Abschluss der Konzertreihe tritt Solo-Klarinettist Wenzel Fuchs im Rathaussaal auf. „Er ist ein echtes Naturtalent, spielt seit frühester Kindheit Klarinette“, schwärmt Hartmut Wettges. In der neuen Spielzeit gibt es zudem ein Konzert zum Gedenken an den langjährigen Halberstädter Musikdirektor Hans Auenmüller. Dieses findet am 27. November statt.