Die Sternesammler

Quedlinburger gewinnen Wettbewerb in Sachsen-Anhalt. Behindertensportverein Sine Cura träumt nach Einzug ins Bundesfinale von Gold.

Von A. Bürkner MZ Quedlinburg - „Berlin, Berlin - wir fahren nach Berlin“, jubelten Petra Klingner, Eva-Maria Siegmund und Brigitte Martin vom Behinderten- und Rehabilitationssportverein (BRSV) Sine Cura Quedlinburg. Er qualifizierte sich mit seinem Projekt „Landeswinterspiele für Behinderte“ als Landessieger des Wettbewerbs „Sterne des Sports“ in Sachsen-Anhalt für das Bundesfinale in der Hauptstadt.

So sehen Sieger aus. Bei den Sternen des Sports gibt es nur Gewinner. Von den Angeboten der Vereine profitiert die ganze Gesellschaft. Foto: Franz Fender

Auf die Frage, ob sie mit dem Sieg gerechnet habe, antwortete die Vereinsvorsitzende Petra Klingner: „Wenn wir an diesem Wettbewerb teilnehmen, dann haben wir auch den Traum zu gewinnen.“ Der „Große silberne Stern“, den der Verein nun bei der Veranstaltung im Festsaal der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt in Magdeburg von Innen- und Sportminister Holger Stahlknecht (CDU) überreicht bekam, ragt seit Mittwoch in der Schulvitrine unter den anderen vier Sternen heraus. „Als Regionalsieger der Harzer Volksbank haben wir bereits zwei große Sterne in Bronze“, zählt „Sternsammlerin“ Petra Klingner auf. Hinzu kämen je ein kleines silbernes und bronzenes Exemplar.„Doch dieser Erfolg jetzt ist die Krönung.“ In ihrer Rede dankte sie vor allem den vielen Helfern: „Der Erfolg ist dem gesamten Team zu verdanken“, ohne welches es diese Veranstaltung nicht gebe. „Ende Januar gibt es bereits die 26. Auflage“, ergänzt Eva-Maria Siegmund. „Längst sind die Einladungen dafür verschickt.“

Glamourös - Die inklusive Tanzshow des MSV 90 e.V..

Auch für Hans-Heinrich Haase-Fricke von der Harzer Volksbank, dem lokalen Partner des Wettbewerbs, kam der Sieg des BRSV überraschend, weil bereits im Vorjahr ein Harzer Verein gewonnen hatte. „Ich dachte nicht, dass es wieder einer von uns wird.“ Doch Henning Rühe, Präsident des Kreissportbundes Harz, sieht darin letztlich „die hohe Qualität der bei uns eingereichten Vorschläge“. Von insgesamt 92 Bewerbungen in Sachsen-Anhalt kamen mit 32 allein rund ein Drittel aus dem Harz. „Dies befördert auch den Ehrgeiz an neuen Ideen für die Teilnahme.“

Siegerfoto des BRSV mit Holger Stahlknecht, Dr. Petra Tzschoppe und Claudia Malzahn.

Mit dem Wettkampf hat der damals zeitgleich gegründete Verein ein starkes Zeichen zur Inklusion gesetzt und konnte mit seinen vielen Unterstützern mittlerweile bei 25 Winterspielen fast 12 000 Teilnehmern von Behindertensportvereinen, Förderschulen und Behinderteneinrichtungen nicht nur aus Sachsen-Anhalt unvergessliche Stunden in Friedrichsbrunn bereiten. Nach dem silbernen Landeserfolg vor dem MSV 90 Magdeburg und SV Eintracht Gommern kämpft der BRSV im Januar im Bundeswettbewerb in Berlin um Gold. Gastgeber wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sein, der gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund die goldenen Sterne überreicht. Bisher landeten die Vereine aus Sachsen-Anhalt bestenfalls auf Rang vier. Deshalb hofft der BRSV: „Vielleicht kommen wir erstmals aufs Podest.“

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