Drei Prozent für Mitglieder

Harzer Volksbank zieht Bilanz für das Jahr 2016.

MZ/Petra Korn - Minus 0,4 Prozent - „das ist der Zinssatz, den wir für Einlagen bei der Europäischen Zentralbank bezahlen müssen“, sagte Heino Oehring. Das, so der Vorstand der Harzer Volksbank weiter, sei noch nie dagewesen - „zumindest nicht in den vergangenen 5 000 Jahren“. Zwar hätten Römer und Babylonier Zinsen gekannt, wären aber nie auf die Idee gekommen, negative Zinsen zu erleben,erklärte Oehring auf der Vertreterversammlung der Bank am Mittwochabend in Wernigerode.

Auf dieser wurde Bilanz für das Geschäftsjahr 2016 gezogen. Und die zeigt: Trotz schwieriger Bedingungen - wie dem niedrigen Zinsniveau oder ständig steigenden Regularien, wie beispielsweise immer neue Meldevorschriften, - hat die Bank auch im vergangenen Jahr einen Überschuss von rund 966 000 Euro erwirtschaftet; das liegt auf dem Vorjahresniveau. Insgesamt 440 000 Euro aus dem Überschuss sollen in Rücklagen fließen. Mitgliedern, die Anteile an der Genossenschaftsbank halten, soll eine Dividende von drei Prozent - wie auch im Vorjahr - gezahlt werden; das sind insgesamt mehr als 523 000 Euro. Diese Verwendung des Jahresüberschusses hat die Vertreterversammlung mit 83 Jastimmen und einer Neinstimme beschlossen.

Zum Jahresende 2016 zählte die Bank, deren Geschäftsgebiet die Regionen Bad Harzburg, Wernigerode, Halberstadt, Quedlinburg und Aschersleben umfasst, 22 212 Mitglieder, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Thomas. Das seien zwei Prozentmehr als im Vorjahr - Ende 2015 waren es 21 766 -, „für uns eine erfreuliche Entwicklung“, so Thomas. Bei 61 781 Kunden, die ein Girokonto bei der Bank hätten, bedeute das, dass jeder dritte Girokontoinhaber auch Mitglied der Bank sei, sagte Heino Oehring. Doch nicht nur die Zahl der Mitglieder habe einen neuen Höchststand erreicht - auch der Betrag, der nach Erwerb eines oder mehrerer Anteile erreicht worden sei und nun bei 17,8 Millionen Euro liege, fast 700 000 Euro mehr als 2015. Oehring erinnerte daran, dass im vergangenen Jahr die Zahl der maximal zu erwerbenden Anteile von 5 auf 100 heraufgesetzt worden war; bereits in den ersten Wochen hätten Teilhaber zusätzliche Anteile im Wert von 500 000 Euro erworben, zudem habe es 200 neue Teilhaber gegeben. Diese Nachfrage „hat uns überwältigt“, so Oehring.

Zugelegt hat die Bank einmal mehr auch im Kreditgeschäft. Nach acht Prozent Zuwachs im Jahr 2015 waren es im vergangenen Jahr neun Prozent. „Gut gewachsen“ seien dabei sowohl die Bereiche privater Wunsch- oder Baukredite als auch die gewerblichen Bau- oder Unternehmensfinanzierungen, sagte Vorstand Bernd Grund. Gestiegen sind ebenso die Gesamteinlagen auf 697 Millionen Euro (Vorjahr 667 Millionen Euro). Wie Bernd Grund weiter sagte, gehe die Bank auch für 2017 von einem „günstigen Betriebsergebnis“ aus. „Wir werden unsere Kosten optimieren und versuchen, neue Ertragsquellen zu erschließen“, kündigte Heino Oehring an. Zur Bilanz der Harzer Volksbank gehört alljährlich auch ein weiterer Aspekt: „Gesellschaftliches Engagement ist für uns selbstverständlich“, so Vorstandssprecher Hans-Heinrich Haase-Fricke. Im Bereich Aschersleben erhielt zum Beispiel die Kinderkrippe „Krabbelkiste“ neues Spielzeug und wurden Vereine aus dem Gewinnsparen unterstützt.