„Wir brauchen Zusammenhalt in der Region“

Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung im „Atriumgespräch“ in Aschersleben

MZ ASCHERSLEBEN/Kerstin Beier - Es sei ein Risiko, ausgerechnet einen Professor als Gastredner einzuladen. Dieser schaffe es in der Regel mühelos, einen Saal binnen einer Viertelstunde in Tiefschlaf zu versetzen. Nun, dies stand während der dritten Atriumgespräche am Freitagabend nicht zu befürchten. Schließlich ist Wirtschaftsminister Armin Willingmann, bis vor kurzem noch Rektor der Hochschule Harz, als rhetorisch brillanter Redner bekannt. Und was er all den Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Verwaltung zu sagen hatte, warzum Teil Balsam auf deren Seelen.

Die Sponsoren und Ausrichter der Ascherslebener Atriumgespräche. ©Goettel

Es lag ihm fern, alles schön zu reden. Doch im Zusammenhang mit dem aktuell beschlossenen Doppelhaushalt des Landes versuchte er zu begründen,warum die Lage in Sachsen-Anhalt besser ist als es die hinteren Ranking-Plätze suggerieren wollen. Die Höhe der gerade beschlossenen Investitionssummen böten keinen Grund, „in Sack und Asche zu gehen“. Auch wenn es den Anschein habe, die Politik drehe sich im Moment ausschließlich um die vier Krisenfälle „Hamster, Wölfe, Fahrräder und Moorwälder“, so habe er sich als Wirtschaftsminister noch andere Dinge auf den Aufgabenzettel gesetzt. Weniger Bürokratie bei der Förderung des Mittelstands etwa oder eine engere Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft.

Festlich - Zahlreich erschienen sind Personen aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft aus der Region. ©Goettel

Vertreter aus unterschiedlichen Bereichen außerhalb der Arbeit in lockerer Runde zusammenzubringen, das ist das Ziel der Atriumgespräche in Aschersleben, die die Harzer Volksbank vor drei Jahren ins Leben gerufen hat. Unterstützt wird sie dabei von regionalen Sponsoren, die die Kosten des Abends übernehmen und damit den Benefizgedanken tragen. Die Spenden der Gäste kommen so eins zu eins der Jugendförderung in der Region zugute. Vorstand Heino Oehring freute sich über den bisher besten Zuspruch von immerhin rund 140 Gästen, die sich sicht- und hörbar gut unterhielten bei einem rustikalen Buffet und frischen Getränken - alles übrigens von Produzenten der Region. „Es ist ein buntes Publikum aus der regionalen Wirtschaft, der Lokal- und Landespolitik und aus der Verwaltung“, so Oehring. „Wir müssen in der Region zusammenhalten“, findet der Bankvorstand und weiß schon jetzt, dass die Veranstaltung im kommenden Jahr fortgesetzt und damit zu einer echten Tradition werden soll.