Antrieb aus der Vogelperspektive betrachtet

Volksbank beendet Imagekampagne mit Sommerfest in Wernigerode

Volksstimme von Regina Urbat - Alle 20 Minuten hebt der Hubschrauber ab. An Bord Frauen und Männer, ja sogar Familien, die auf das herunterschauen, was sie antreibt. Ob im Beruf, im Privatleben oder in der Freizeit. Für alle ist es ein schönes Erlebnis, zumal an einem herrlichen Sommerabend. Das Fest auf dem Flugplatz der Firma Gattermann am Stadtrand von Wernigerode ist der jährliche Höhepunkt der Antriebskampagne, den die Harzer Volksbank eG seit 2011 ausrichtet.  

„Jeder Mensch braucht etwas, das ihn antreibt“, so lautet das Motto, mit dem die Bank ihrem eigenen Markenversprechen Gesichter verleiht. Es sind keine Promis aus der Fußballszene oder anderen Bereichen, es sind Kunden, „mit dem das genossenschaftliche Geschäftsmodell in den Mittelpunkt gestellt wird“, sagt Volksbanksprecher Hans-Heinrich Haase-Fricke. Vorstand Heino Oering ergänzt: „Wir sollten vielmehr die Dinge, die uns bewegen, uns Antrieb verleihen, von oben betrachten.“ Das mache manches einfacher. Beide begrüßen die Initiative. Vor allem deshalb, „weil die Botschaft auf den Plakaten von Menschen aus unserer Region einfach glaubhaft rüber kommt“, sagt Oehring.

Regina und Andreas Weihe sind gelandet. Es sei aufregend gewesen, sagt das Ehepaar aus Abbenrode. Sie sind über ihren Heimatort im Nordharz geflogen, wo sie samt ihren drei Söhnen, deren Familien und Enkelkindern leben. „Das ist sicher nicht normal“, sagt Andreas Weihe. Ebenso, dass sich alle Weihes für das Heimatmuseum ehrenamtlich engagieren. Das Gebäude wird zurzeit saniert und erweitert. „Wir haben uns die Bauarbeiten von oben betrachtet. Es sieht verdammt gut aus“, sagt Andreas Weihe, der Vorsitzender des Heimatvereins ist. Die Geschichte der Vorfahren für die nächsten Generationen zu erhalten, das treibt ihn an.

Insgesamt 70 „Köpfe“ werden jährlich für die Antriebskampagne im Geschäftsgebiet, das von Aschersleben über Halberstadt, Wernigerode bis Bad Harzburg reicht, ausgewählt. Federführend sind Marketingleiterin Anabel Zwerschke und Pressemitarbeiter Daniel Dörfler. Die Aktion habe an Beliebtheit gewonnen, was die Werbung erleichtert, sagt Anabel Zwerschke. „Mittlerweile schlagen Teilnehmer neue potenzielle Mitstreiter vor“, ergänzt Daniel Dörfler. Bestes Beispiel: Die Freiwillige Feuerwehr Hüttenrode empfiehlt die Gransedance-Gruppe aus ihrem Ort. Das Spektrum „unserer Antriebsmitstreiter ist groß“, betont Hans-Heinrich Haase-Fricke und begrüßt Walter Schmidt mit seiner Ehefrau Karin. 42 Jahre war er in der Bierbranche tätig, und das Beste sei „Hasseröder“ gewesen, sagt der Brauereiexperte Walter Schmidt. Was ihn antreibt sei das „Erreichte“, deshalb logisch, dass der ehemalige Firmenchef den Blick aus dem Helikopter auf die Hasseröder Brauerei, immer noch eine der modernsten in Europa, in vollen Zügen genossen hat.  

Aufgeregt scheint hingegen Birgit Linde-Schmidt zu sein. Sie betreibt das Jodlerstübchen auf der Charlottenlust in Wernigerode. Und gut singen kann sie auch noch. Das stellt sie bei vielen Volksfesten immer wieder unter Beweis. „Meine Arbeit ist meine Plattform, die mich antreibt“, sagt die Wernigeröderin. Wie sich das aus der Vogelperspektive anfühlt? „Einfach toll. Im Stübchen war die Hütte voll, viele haben getanzt“, sagt Biggi, wie sich die Künstlerin nennt, während ihr Ehemann Torsten Schmidt hinzufügt: „Und einige haben sogar gewinkt.“  

In der Abenddämmerung wird es ruhig auf dem Flugfeld. Die Antriebskampagne 2018 ist abgeschlossen, die nächste in Vorbereitung. Die Volksbankmitarbeiter freuen sich darauf. „Es sind stets interessante Begegnungen mit unseren Menschen hier vor Ort“, sagt Daniel Dörfler und packt die Kamera ein, mit der er für alle Teilnehmer ein Erinnerungsfoto geschossen hat.