Viermal warmer Regen

Je 1.000 Euro für die Jugendarbeit

MZ Aschersleben von Kerstin Beier - Elf Verein, Handballclub Aschersleben, Big Band und Adam-Olearius-Schule haben Grund zur Freude. Aus dem Erlös der Atrium-Gespräche im vergangenen Jahr bekam jeder dieser vier 1.000 Euro für die Jugendarbeit spendiert.

Heino Oehring übergibt die gesammelten Spenden
Gut gefüllte Sparschweine überreichten die Vertreter der Sponsoren an vier Vereine aus Aschersleben.

Bei den Atrium-Gesprächen - drei davon gab es bisher in Aschersleben - finden sich Unternehmer der gesamten Region zu einem zwanglosen Abend zusammen. Ein Gastredner widmet sich jeweils einem aktuellen Thema, die Unternehmer und Geschäftsführer nutzen das Zusammentreffen, Kontakte neu zu knüpfen oder wiederzubeleben und sich auszutauschen. Eingeladen werden sie von der Harzer Volksbank und mehreren Sponsoren, die den Abend finanzieren. Die Spende der Gäste kann also eins zu eins gemeinnützigen Zwecken zufließen.

Vivien Horn, die das Geld für den Elf-Verein in Empfang nahm, findet es schade, dass „kaum jemand weiß, dass wir sehr viel mehr machen als mit den Butze-Kids zu tanzen“. Sie spricht von Hausaufgabenhilfe und Lehrstellensuche, von Erlebnispädagogik und Aufgaben, die vielfach Sache der Eltern wären. Seit einigen Jahren kommt noch Integrationsarbeit hinzu. Betreut werden im Elf-Verein Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 27, Vivien Horn und ihr Mitstreiter Marcel Schulze wollen nebenbei vermitteln, „dass Bildung sexy ist“.

Arbeit ist schwer abzurechnen

Mit Blick auf die drei anderen Vereine, die ebenfalls einen Zuschuss in Empfang nahmen, sagte sie: „Es ist gut, dass die Jugend in allen Bereichen gefördert wurde. Ein Therapieplatz für einen Drogenabhängigen ist so viel teurer als das, was wir im ganzen Jahr verbrauchen.“ Dabei ist ihr bewusst, dass ihre Arbeit schwer abzurechnen ist. „Wir können nur sagen, wie viele Jugendliche bei uns Spaß hatten."

Mit drei Euro lassen sich keine großen Sprünge machen

Das Geld gut angelegt sehen auch Schulleiter Martin Michaelis und Michael Pöschl, HCA-Nachwuchskoordinator. Michaelis kann berichten, dass sich die freie Ganztagsschule gut etabliert hat und mittlerweile längst nicht alle Bewerber einen Platz finden.

Momentan stehen 100 Interessenten nur 60 Plätze gegenüber. Auch Pöschl freut sich über den unerwarteten Geldsegen, denn mit drei Euro Beitrag im Monat, den die Kinder und Jugendlichen zahlen, seien „keine großen Sprünge“ zu machen.

Laien mit spektakulären Auftritten

Geradezu ins Schwärmen gerät der stellvertretende Schulleiter des Stephaneums, Axel Wieczorek, wenn er über die Big Band spricht. Diese rekrutiert sich vorwiegend aus Schülern des Stephaneums und arbeitet mit der Kreismusikschule zusammen. „Das ist nicht nur eine Band, sie ist tatsächlich big. Ihre Auftritte sind spektakulär, zumal alles Laien sind“, sagt er.

Nächster Termin in der Alten Hoblei

Der Termin für die nächsten Atrium-Gespräche steht schon fest: Am 20. April werden diese nicht wie bisher in der Adam-Olearius-Schule, sondern in der Alten Hobelei stattfinden. „Wir haben uns drei Jahre lang in der Schule sehr wohl gefühlt“, betont Harzer Volksbank-Chef Heino Oehring, doch die Veranstalter wollen in diesem Jahr mal „was Neues ausprobieren“. Als Gastredner ist Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP, angekündigt. „Wir wollen ihn mal fragen, was das sollte mit der geplatzten Jamaika-Koalition“, so Oehring. Natürlich hoffen Veranstalter und Sponsoren, darunter die Hasseröder Brauerei, die Harzer Mineralquelle Blankenburg und Keunecke Feinkost, auf eine hohe Spendenbereitschaft der Gäste, damit Vereine und Organisatoren auch weiterhin unterstützt werden können.