„Ein Riesengewinn für Jugendsport“

Hans-Heinrich Haase-Fricke für Trainerprojekt im Harzkreis mit der Verdienstnadel geehrt

Volksstimme - Mit einer Ehrung hat der Fußballverband Fußballverband Sachsen-Anhalt Hans-Heinrich Haase-Fricke bei seinem Neujahrsempfang überrascht. Der Vorstandssprecher der Harzer Volksbank bekam für sein Engagement in der Trainerausbildung die Verdienstnadel des FSA verliehen. Als Zugabe loste er das Halb€ nale im Landespokal aus. Volksstimme-Redakteur Ingolf Geßler sprach mit dem fußball- und sportbegeisterten Bankvorstand.

Harzer Volksstimme: Sie wurden beim Neujahrsempfang mit der Verdienstnadel des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt überrascht. Was ging in Ihnen vor, als bei der Laudatio über Ihre Person erzählt wurde?

Hans-Heinrich Haase-Fricke: Ich muss sagen, dass ich völlig überrascht wurde, ich hatte keinerlei Information. Als sich auf der Bühne zwei Leute unterhalten haben und ich gemerkt habe, dass es um mich geht, habe ich mich natürlich riesig gefreut.

Wie empfanden sie den Rahmen beim Neujahrsempfang des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt?

Es war eine sehr gut organisierte Veranstaltung, da hat sich der Fußballverband Sachsen-Anhalt sehr viel Mühe gegeben. Es wurde weitfl ächig eingeladen, es waren gleich drei Minister von Sachsen-Anhalt anwesend. Wirtschaftsminister Armin Willingmann, Innenminister Holger Stahlknecht und Bildungsminister Marco Tullner, weil ja auch die Fort- und Ausbildung der Fußballtrainer thematisiert wurde. Damit war es natürlich ein überaus würdiger und toller Rahmen, in dem mir die Auszeichnung verliehen wurde.

Grund für die Ehrung ist das Pilotprojekt der Trainerausbildung, das in diesem Jahr seine fünfte Aufl age erlebt. Wie kam es überhaupt zur Idee, dieses in Deutschland damals einmalige Gemeinschaftsprojekt, ins Leben zu rufen?

Die Idee entstand Abends im Freundeskreis. Wir haben eher aus Spaß über Themen nachgedacht: Wie funktioniert eigentlich eine Viererkette? Und wie erklärt man, wie eine Viererkette durch den Angriff ausgespielt werden kann. Dazu haben einige etwas erzählt, aber so richtig strukturiert war dies nicht. Und da kam uns die Frage: Wie wird das eigentlich den Kindern und Jugendlichen beigebracht? Und damit kam uns der Gedanke, man müsste sich dafür engagieren, dass in die Ausbildung der Nachwuchsfußballer mehr Qualität kommt. Kurze Zeit später gab es Gespräche mit KSB-Präsident Henning Rühe und dem Präsidenten des Kreisfachverband Fußball Harz, Detlef Rutzen. Und dabei haben wir den Gedanken gehabt, den Fußballnachwuchs bei den kleineren Vereine auf den Dörfern besser auszubilden. Denn wer besser ausgebildet wird, der hat mehr Spaß am Sport und der bleibt länger dabei. Dazu kam die Frage, in welchem Kostenrahmen sich eine Unterstützung der Trainerausbildung bewegen würde. Und damit war der Gedanke geboren, die Jugendtrainer C-Lizenz zu fördern. Und das in unserer Region überwiegend auf den Dörfern. Damit waren die Weichen für das Pilotprojekt gestellt und mit dem Fußballverband Sachsen-Anhalt und der Volksstimme haben wir schnell die richtigen Partner gefunden. Vom Fußballverband gab es in einer ersten Gesprächsrunde mit Präsident Erwin Bugar und Hans-Georg Moldenhauer, in den Anfängen ein wichtiger Begleiter des Projektes, die volle Unterstützung.

Konnten sie sich bei der Geburt des Pilotprojektes vorstellen, dass fünf Jahre später zum ersten kleinen Jubiläum die Zahl von 100 ausgebildeten Trainern in Angriff genommen wird?

Wie der Name Pilotprojekt schon sagt, probiert man etwas aus und will gucken, ob es gut ist. Und schon bei der ersten Bewerbung waren alle Plätze überbucht, so dass eine Verlosung der 20 gesponserten Ausbildungsplätze vorgenommen werden musste. Durch die Unterstützung von Michael Rehschuh, Verantwortlicher für die Aus- und Weiterbildung im Fußballverband Sachsen-Anhalt, und die hervorragende Arbeit vor Ort durch den Ausschuss für Aus- und Weiterbildung des KFV Harz um Kreislehrwart Heinzekhart Fuchs blieb das Projekt auf der Erfolgsspur. In jedem Jahr waren es mehr als 20 Bewerber und die geförderten Trainerlizenzen mussten über eine Verlosung ermittelt werden. Großen Anteil an der Erfolgsstory hatte auch die Volksstimme mit Thomas Helmuth, die das Projekt ausgeschrieben und damit viele Interessenten für eine Bewerbung gewonnen hat.

In der kommenden Woche fällt der Startschuss für die fünfte Trainerausbildung, wie ist der Stand der Anmeldungen?

Nachdem der Start so gut war und die Aktion Trainerausbildung über Jahre erfolgreich fortgeführt wurde, freuen wir uns, in der nächsten Verlosung am 27. Februar den 100. Ausbildungsplatzvergeben zu können. Noch größer ist die Freude darüber, das aktuell 98 Prozent der Trainer, die ihre Ausbildung über dieses Projekt absolviert haben, dabei geblieben sind und in unserer Region das Amt ausüben. Und das ist natürlich ein Riesengewinn für die Förderung des Jugendsports. Zur Abschlussveranstaltung, bei der traditionell die Trainerlizenzen vergeben werden, haben wir uns noch eine besondere Überraschung einfallen lassen.

Die Förderung der Trainerlizenzen ist aus sportlicher Sicht nicht das einzige Erfolgsprojekt, das die Harzer Volksbank begleitet?

In dieser Hinsicht sind wir breit aufgestellt, nicht nur im Fußball aktiv. Auch mit den „Sternen des Sports“ sind wir seit Jahren sehr erfolgreich, waren kürzlich mit dem Projekt Landeswinterspiele des BRSV „Sine Cura“ Quedlinburg zum vierten Mal bei der Verleihung der „Goldenen Sterne“ in der Bundeshauptstadt vertreten. Und bei den „Sternen des Sports“ steht das ehrenamtliche Engagement im Vordergrund, außerdem sind bei diesem Wettbewerb alle Vereine des Harzkreises einbezogen. Die „Harzer Volksbank Open“ mit hochklassigen Tennisspielern auf der Anlage des TC Wernigerode unterstützen wir auch, damit die Nachwuchsspieler aus den heimischen Vereinen einmal sehen, welche Qualität bei einem kontinuierlichen Training erreicht werden kann.

Noch einmal zurück zur Ehrung beim Neujahrsempfang des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt. War es etwas besonderes, die Halbfi nalspiele im Landespokal auszulosen?

Wenn man so eine „Losfee“ sein darf, dann macht das schon richtig Spaß. Und wenn dann auch noch so interessante Partien dabei herauskommen, wie wir sie jetzt ausgelost haben, dann freut man sich natürlich darüber. Und die Jungs vom Fußballverband Sachsen-Anhalt haben gesagt: Hast Du gut gemacht! Da wäre ich vorher nie drauf gekommen, also die Überraschung ist gelungen.