Das große Stelldichein der Netzwerker

Neuer Teilnehmerrekord beim 11. Herrenabend – Minister Olaf Lies fordert „breiteres Denken“ in Sachen Ökologie

Goslarsche Zeitung von Berit Nachtweyh - Es gab mehr Gäste als Stühle im Saal – der „Herrenabend mit Damen“ hat seinen eigenen Rekord vom vorigen Jahr mit der elften Auflage vom Freitagabend noch einmal getoppt: Mehr als 200 Teilnehmer konnte Gastgeber Hans-Heinrich Haase-Fricke, Vorstand der Harzer Volksbank, im Bündheimer Schloss begrüßen. Darunter die Landräte aus Goslar und Wernigerode, Thomas Brych und Martin Skiebe, die Bürgermeister aus Goslar, Wernigerode, Ilsenburg, Liebenburg und Bad Harzburg – Oliver Junk, Peter Gaffert, Dennis Loeffke, Alf Hesse und Ralf Abrahms – dazu Abgeordnete aus Bundestag und Landtag(Roy Kühne, Petra Emmerich-Kopatsch und Alexander Saipa). Kurzum, so viel Politik gab es lange nicht beim Herrenabend.

Sponsorenkreis des Herrenabend Bad Harzburg
Die Sponsorenrunde des Herrenabends mit Umweltminister Olaf Lies (2.v. li) vor Beginn der Veranstaltung (v.l.): Jens Weydringer, Thomas Kregel, Hans-Heinrich Haase-Fricke, Dietrich Bening, Philipp Krause, Heino Oehring, Detef Hahne, Christoph Meyer, Dirk Junicke, Karsten Walter und Hannes Havliza.

Organisiert wird das gesellige Stelldichein von einem Sponsorenkreis aus regionalen Unternehmen (siehe Kasten), konzipiert sind die Abende als „Wirtschaftsgespräche im Schloss“. Zum Netzwerken für Unternehmer, Politiker, Verwaltungsbeamte. Der Erlös des Abends wird in Zusammenarbeit mit dem Damen-Lionsclub Walburga für soziale Zwecke in der Region gespendet. 7000 Euro waren bis zur Eröffnung auf dem Spendenkonto eingegangen, der Lions-Club kümmert sich um die Verteilung des Geldes. Und ja, die Walburga-Damen waren bei Weitem nicht die einzigen Frauen beim „Herrenabend mit Damen“. . . Für den Gesprächsauftakt hatten die Sponsoren einen Referenten eingeladen, dem nachgesagt werde, er mache eine praxis- und volksnahe Politik, kündigte Hans-Heinrich Haase-Fricke Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies an. Der SPD-Mann aus dem Norden war schon häufig im Harz zu Gast, zuerst als Wirtschafts-, nun als Umweltminister. Was lag da näher als die Bitte an ihn, über die „Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie in der Zukunft“ zu sprechen?

Umweltminister Olaf Lies bei seiner Vortragsrede
Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies spricht im Bündheimer Schloss zunächst zu den Gästen über die Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie und im anschließenden geselligen Teil vertieft der das Thema im Gespräch mit den Gästen den 11. Herrenabends.

Lies tat das. Er tat es gern, unterhaltsam und ausführlich. Und noch immer im Bewusstsein, anfangs selbst mit seinem Ressortwechsel gehadert zu haben. Inzwischen sehe er, sagte Lies, mehr noch als die Herausforderung eine Chance darin, beide Seiten zu kennen. „Die Langfristigkeit der Wirtschaft ist anders als die Langfristigkeit,wenn es um Klimaschutz und Nachhaltigkeit geht“. Beides miteinander in Einklang zu bringen sei die Aufgabe dieses Jahrzehnts.

Diesel und Gelassenheit

Der Minister sprach über Diesel und Klimawandel, über Fahrverbote und den Wunsch nach mehr Gelassenheit in der politischen Debatte. Vor allem aber wollte er zwei Botschaften loswerden, für die er kräftigen Beifall erhielt: Zum einen den Appell, sich beim Ressourcenschutz der Verantwortung für die Zukunftendlich wirklich bewusst zu werden.

Zum anderen – damit einhergehend – die Forderung „breiter zu denken“. Etwa die Mobilität der Zukunft gedanklich nicht allein mit Batteriebetrieb zu verbinden, „das ist doch ein Riesenansatz für ein Automobilland wie Niedersachsen“. Den Harz sieht Olaf Lies in einer „industriepolitischen Ausnahmestellung“ mit Potenzial, was Ressourcenschutz angeht: „Wir können uns deren Nichtnutzung nicht leisten“. Und natürlich stelle sich dann die Frage, welche rechtlichen Vorgaben die Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie braucht. Darüber wollte der Minister gern mit den Gästen ins Gespräch kommen.