Vertreterversammlung

Volksbank trotzt Niedrigzinsen

Volksstimme von Uta Müller - Die mehr als 22 000 Mitglieder der Harzer Volksbank dürfen sich freuen. Auf die von ihnen gezeichneten Geschäftsguthaben werden erneut drei Prozent Dividende gezahlt. Möglich macht diese Ausschüttung ein zum wiederholten Male verbessertes Geschäftsergebnis.

Bei der Mitgliederversammlung der Harzer Volksbank im Harzer Kultur- und Kongresshotel ließ der Vorstandssprecher Hans-Heinrich Haase-Fricke das Geschäftsjahr 2018 für die anwesenden Mitglieder Revue passieren. Mit relevanten wirtschaftlichen Daten skizzierte er die Entwicklung der deutschen Staatsfinanzen, sprach über die Zinsentwicklung, das Börsenjahr 2018 sowie die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.

Die Vertreterversammlung ist so etwas wie das „Parlament“ einer genossenschaftlichen Bank. Die Mitglieder hörten den Lagebericht, den Vorstandssprecher Hans-Heinrich Haase-Fricke unter den Leitgedanken „Tu Gutes und sprich drüber“ stellte. „2018 war ein sehr gutes Jahr für diese Bank“, sagte Hans-Heinrich Haase-Fricke. Die Volksbank, so berichtete der Vorstandssprecher, habe abermals ein positives Geschäftsergebnis erzielt. „Unsere Effektivität ist in allen Bereichen gestiegen, so der Vorstandssprecher weiter.

Der Vorstand bedankte sich bei seinen Mitarbeitern. Die 171 Beschäftigten – davon 109 Frauen und 62 Männer – haben den Erfolg erst durch ihren persönlichen Einsatz ermöglicht. „Nachwuchsförderung schreiben wir groß“, sagte Haase-Fricke, der sich begeistert zeigte, dass im vergangenen Jahr 19 junge Menschen ihre Ausbildung bei der Volksbank beendet haben. Eine Dualstudentin und fünf Auszubildende sowie zwei Jahrespraktikanten konnten für die Bank gewonnen werden.

Die Bilanzsumme, die die Gesamtheit der Geschäfte widerspiegelt, die Bank in eigenem Namen und auf eigenes Risiko tätigt, ist 2018 weiter gewachsen. Sie beträgt nun 892 Millionen Euro. Das sind fast 1,5 Prozent mehr als im Jahr 2017. Treibende Kraft sei dabei wieder das Kreditgeschäft gewesen. Die eigenen Anteile der Kredite an private und gewerbliche Kunden, die überwiegend dem Mittelstand zuzurechnen seien, erreichten einen Stand von ungefähr 480 Millionen Euro. Dies entspricht einer achtprozentigen Steigerung gegenüber dem Vorjahr.

„Das Geld, das uns unsere Kunden zur Anlage anvertrauen, geben wir hier vor Ort auch wieder als Kreditmittel in die Region zurück“, machte Heino Oehring vom Vorstand deutlich. Die Kreditentscheidungen stützen sich maßgeblich auf dem Wissen, dass die Harzer Volksbank vor Ort gewinnt.

Zum 31. Dezember 2018 weist die Bank ein Eigenkapital von 105 Millionen Euro aus. „Wir gehen davon aus, dass wir auch 2019 sowie in den Folgejahren, ordentliche Betriebsergebnisse erwirtschaften, die eine ausreichende Zuführung zum Eigenkapital der Bank ermöglichen“, sagte Haase-Fricke. Das Thema Eigenkapitalentwicklung werde auch in den nächsten Jahren eine herausragende Rolle spielen.

Die Niedrigzinsphase werde anhalten, so Haase-Fricke weiter. Weil die obersten Ziele der Europäischen Zentralbank (EZB) seien, die wirtschaftliche Entwicklung in Italien, Spanien, Portugal und Frankreich anzukurbeln und damit die Arbeitslosigkeit zu senken und die Gewinnentwicklung der Unternehmen nach oben zu drehen, um dadurch höhere Steuereinnahmen zu verzeichnen, seien bisher noch nicht erreicht. Die EZB werde daher ihre Politik auf absehbare Zeit auch nicht ändern, so der Vorstandssprecher.

Hauptgewinner der Niedrigzinsphase sei die Konjunktur. Durch den steigenden privaten Konsum werde mehr Geld ausgegeben für Autos, Urlaub und so weiter. Das schaffe Arbeitsplätze und spüle Geld in die Sozialsysteme. Ein großer Gewinner sei der Immobilienmarkt. Die Preise für Immobilien sind landauf, landab und sogar auf den Dörfern, gestiegen. „Wir haben aber keine Immobilienblase“, so Haase-Fricke. Wohneigentum könne heute sehr gut finanziert werden und durch den niedrigen Zins lasse sich weitaus besser rechnen.

Zu den Gewinnergruppen der Konjunkturphase gehörten die Baubetriebe, die Planungsbüros, die Wohnungsgesellschaften, Handwerksbetriebe einschließlich Autowerkstätten, Gaststätten und Hotels auf Grund steigender Urlauberzahlen. Der Einzelhandel, die Industrie, die Hochschule Harz. Die Aufzählung sei nicht vollständig, zeige aber, dass die Niedrigzinsphase auch viele Gewinner hat. Die Inflation werde sich in Grenzen halten. „Die Prognosen sind alle gut“, sagte Vorstandssprecher Haase-Fricke.

Die Harzer Volksbank beweise mit ihrem sozialen Engagement, dass sie ihre Rolle als regionaler Förderer ernst nimmt. „Nur wenn es der Region gut geht, geht es uns gut“, so Haase-Fricke. Auch im Jahr 2018 habe sich die Harzer Volksbank gesellschaftlich, kulturell und im Sport engagiert.

Sowohl der Jahresabschluss als auch der Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung wurde einstimmig beschlossen. Ebenso wurden Vorstand und Aufsichtsrat ohne Enthaltung oder Gegenstimme entlastet. Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat wurden die turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder ebenfalls einstimmig wiedergewählt und damit für weitere drei Jahre in ihrem Amt bestätigt.